RLP

75 Jahre nach den Deportationen der badischen, pfälzischen und saarländischen Juden nach Gurs

Termine mitteilen

Gerne können Sie uns auch eine E-Mail schreiben, in der Sie uns den Titel der Veranstaltung, Veranstaltungsort, Termin und Programmhinweise mitteilen.

An die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz/NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz, Ziegelhüttenweg 38, 67574 Osthofen, Herrn Dr. Albrecht Gill, Tel.: 06242-910826, Fax: 06242-910820, Mail

 

Aktuelle Veranstaltungen, Ausstellungen und Termine:

Bruchsal

Jugendprojekt
„Es geschah am hellichten Tag“ Hinschauen –Wahrnehmen - Einmischen
Termin: Dienstag 20. Oktober bis Donnerstag 22. Oktober 2015
Veranstaltungshinweis: Aktionen und Workshops, Veranstalter und Ansprechpartner: Evang. Schuldekanat und Ev. Jugendwerk Bretten-Bruchsal

Autorenlesung
„Jüdische Persönlichkeiten im Kraichgau“
Termin: Mittwoch, 21. Oktober 2015 um 19 Uhr
Ort: Rathaus am Marktplatz, Sitzungssaal

Öffentliche Veranstaltung
„Gedenken an die Opfer der Deportation vom Oktober 1940“
Termin: Donnerstag, 22. Oktober 2015 um 18 Uhr
Ort: Am Standort der ehemaligen Bruchsaler Synagoge, Feuerwehrhaus,
Friedrichstr. 78

Konzert
„Giora Feidman und Gitanes Blondes“
Termin: Donnerstag, 22. Oktober 2015, 20 Uhr, Saalöffnung 19:30 Uhr
Ort: Bürgerzentrum Bruchsal, Am Alten Schloss, Rechbergsaal
Veranstaltungshinweis: Veranstaltet vom Jazzclub Bruchsal e.V. Weitere Informationen zum Konzert unter www.jazzclub-bruchsal.de

Theateraufführung
„… obwohl’s ein Neger ist!“
Termin: Freitag, 23. Oktober 2015, um 20 Uhr (Premiere)
Ort: Exil Theater, Güterbahnhof 5
Veranstaltungshinweis: Eine Farce nach Motiven und Andrea Camilleri
Informationen zu weiteren Aufführungen unter www.exiltheater.de

Rundgang
„Auf den Spuren jüdischer Geschichte in Untergrombach“ mit Dietmar Konanz (Heimatverein Untergrombach)
Termin: Sonntag, 25. Oktober 2015 um 15 Uhr
Ort: Treffpunkt Katholische Pfarrkirche, Obergrombacher Straße

Veranstaltung - Konzert
„Two sides of Jerusalem“ – Klezmermusik und Orgelstücke der Synagogen des 19. Jahrhunderts, Klezmer-Ensemble Shtetl‘ Tov und Cordula Yim (Orgel)
Termin: Sonntag, 25. Oktober 2015 um 19 Uhr
Ort: Heidelsheimer Orgelforum, Pfarrkirche St. Maria, Schwabenstr. 18, Bruchsal-Heidelsheim

Bühl

Veranstaltung der Stadt Bühl
„Kleine Gedenkfeier am Mahnmal beim Bahnhof“
Termin: 22.10.2015, 19 Uhr
Ort: Zentraler Omnibusbahnhof Bühl (ZOB)

Deidesheim

Vortrag
Deportation der pfälzischen Juden nach Gurs
von Roland Paul, Direktor des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde
Termin: 8. November 2015, 11 Uhr
Ort: Ehemalige Synagoge, Deidesheim, Bahnhofstraße
anschließend:

Ausstellungseröffnung
Bilder aus der Sammlung Elsbeth Kasser
Veranstaltungshinweis:
Die Sammlung Elsbeth Kasser – Aquarelle, Zeichnungen und Fotografien – legt Zeugnis ab von einem Stück europäischer Geschichte, dem wir uns alle zu stellen haben. Die Erinnerung an das Geschehene auch für nächste Generationen wach zu halten, ist Auftrag der Elsbeth Kasser-Stiftung.
Die rund 150 Exponate aus der Sammlung Elsbeth Kasser sind in den Kriegsjahren von Künstlern geschaffen worden, die im französischen Internierungslager Gurs 1939 - 1943 inhaftiert waren. Sie geben Einblick in den Lageralltag und künden von den schwierigen Bedingungen, unter denen sie entstanden sind.

Filmvorführung
Deportiert und Vergessen? Camp de Gurs – eine Spurensuche
Termin: 8. November 2015, 12 bis 18 Uhr  alle 2 Stunden
Ort: Haus der Fanny Reinach (Heumarktstraße)
Veranstaltungshinweis: Unter Leitung ihrer Lehrerin Ruth Ratter haben sich Schülerinnen und Schüler des Kurfürst-Ruprecht-Gymnasiums in Neustadt/Weinstraße auf die Spurensuche nach der nach Gurs deportierten Jüdin Fanny Reinach und ihrer Familie gemacht.

Donaueschingen

Gedenken an die Deportierten Jüdischen Mitbürger aus Donaueschingen
Stadtführung zum „Jüdischen Leben in Donaueschingen“ mit Martina Wiemer
Termin: Donnerstag, 22. Oktober 2015, 15 Uhr
Ort: Treffpunkt am Rathaus Donaueschingen
Information: EB, Tel. 07721-845171

Vortrag
„Die Deportation und das Lager in Gurs“
von Joachim Klose, Verein jüdische Geschichte Gailingen
Termin: Donnerstag, 29. Oktober 2015
Ort: VHS Baar, Hindenburgring 34, Donaueschingen
Veranstaltungshinweis: In Kooperation mit Volkshochschule Baar und Verein für jüdische Geschichte Gailingen e.V.

Deportation nach Gurs vor 75 Jahren - Zeitzeugenvortrag mit Dr. Kurt Maier
Termin: Freitag, 23. Oktober 2015, 19 Uhr
Ort: Rathaussaal, Rathausplatz 1, Donaueschingen
Veranstaltungshinweis: Veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Volkhochschule Baar Begrüßung: Oberbürgermeister Erik Pauly.
Im Rahmen des Vortrags berichtet der Zeitzeuge Dr. Kurt Maier über seine Kindheit im NS-Deutschland und über seine Deportation in das in Südfrankreich gelegene Gurs. Dr. Kurt Maier stammt aus Kippenheim bei Lahr und ist einer der insgesamt 5.600 badischen Deportierten, er wurde als 10-jähriger deportiert. Seine Familie vermochte noch von Gurs aus in die USA auszuwandern, wo Kurt Maier lebt.

Frankenthal

Ausstellung
„Juden in Frankenthal“.
Termin: ab 22. Oktober 2015, 18.30 Uhr
Ort: Rathaus Frankenthal
Eröffnung durch Oberbürgermeister Theo Wieder
Veranstaltung vom Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal.
www.juden-in-frankenthal.de

Theateraufführung
Die Szenenfolge “Gurs - Erinnern”
Aufführung des Chawwerusch Theaters, Herxheim
Termin: 30. Oktober 2015, 20.00 Uhr
Ort: Frankenthal, Theater Alte Werkstatt (TAW), Wormser Straße 109, im
Einkaufszentrum
Eintritt 10 Euro (Theaterkasse: Dienstag und Freitag:  10.00 - 13.00 Uhr, Mittwoch bis Freitag: 17.00 - 19.00 Uhr, und 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn; Tel. 06233 / 354 826, Kartenbestellung online: karten@tawfrankenthal.de)

Vortrag
„Deportation nach Gurs“
Termin: 5. November 2015, 19 Uhr
Ort: Rathaus Frankenthal, 2. Obergeschoss
Referent Herbert Baum in informiert in einem VHS-Vortrag mit zahlreichen Fotos im Rathaus über die über die Deportation nach Gurs und die heutige Gedenkarbeit Der Eintritt ist frei.
Veranstaltung vom Förderverein für jüdisches Gedenken Frankenthal.
www.juden-in-frankenthal.de

Freiburg i.Br.

Ausstellung
„GURS – ein Internierungslager, Südfrankreich 1939 – 1943“
Termin: 23.10. – 13.11.2015
Ort: Meckel Halle, Sparkassen-Finanz-Zentrum Freiburg, Kaiser-Joseph-Str. 186-190
Öffnungszeiten: Mo – Fr von 10 – 18 Uhr
Programmhinweis: Aquarelle, Zeichnungen und Fotografien aus der Sammlung Elsbeth Kasser

Veranstaltung
„Gedenkfeier zur Reichspogromnacht“
Termin: Montag, 9. November 2015, 17:30 Uhr
Ort: Platz vor der Neuen Synagoge, Engelstr. 1

Gailingen

Veranstaltung

„Gedenkfeier anlässlich der 75. Wiederkehr der Deportation der Badischen und Saarpfälzischen Juden in das Lager Gurs“
Termin: 25. Oktober 2015, 17 Uhr
Ort: Bürgerhaus, Ramsener Str. 12
Programmhinweis: Veranstaltet vom Verein für Jüdische Geschichte Gailingen e.V.
Die Gedenkansprache hält Bürgermeister Heinz Brennstuhl, anschließend Vortrag von Joachim Klose über die die Geschehnisse am 22. Oktober 1940 in Gailingen
Musikalische Umrahmung: Jugendmusikschule Westlicher Hegau unter der Leitung von Ulrike Brachat
Website: www.jm-gailingen.de

Heidelberg

Ausstellung
„Spurensuche in Heidelberg – Die Deportation der Heidelberger Juden nach Gurs“
Ausstellungseröffnung am 19. Oktober 2015 um 18 Uhr
Termin: 19.10. – 20.11.2015
Ort: Rathaus der Stadt Heidelberg, Foyer im EG
Öffnungszeiten: Montag – Freitag von 8 bis 18 Uhr
Website: www.heidelberg.de

Kaiserslautern

Jugendgedenkfahrt nach Gurs und zu anderen bedeutenden Orten des Gedenkens an die Opfer des NS-Regimes in Frankreich
Termin: 22. bis 28. Oktober 2015
Ort: Lager Gurs, Synagoge in Pau, Gedenkstätte "Maison d'Izieu", Lager Rivesaltes
Programmhinweis: Der Bezirksverband Pfalz führt im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Gurs im Rahmen und in Ergänzung der Gedenkfeier, die am Sonntag, 25. Oktober 2015, auf dem Deportiertenfriedhof in Gurs stattfindet, eine einwöchige Jugendgedenkfahrt durch. Auf der Busreise vom 22. bis 28. Oktober beschäftigen sich jüdische und nicht-jüdische Jugendliche aus der Pfalz und aus Baden intensiv mit dem Schicksal der Deportierten. Neben der Teilnahme an der Gedenkveranstaltung auf dem Friedhof in Gurs, der Besichtigung des Lagers Gurs und dem Besuch der Synagoge in Pau sollen auch der Besuch des „Maison d'Izieu  - Mémorial des enfants juifs exterminés“ in Izieu und auf dem Rückweg die Besichtigung des Lagers Rivesaltes sowie des bis dahin voraussichtlich eröffneten „Mémorial Camp de Rivesaltes“ auf dem Programm stehen. Ein intensiver Austausch im Rahmen von Workshops, gemeinsamen Besichtigungen und Zeitzeugengesprächen, auch mit französischen Jugendlichen, soll die Erfahrung für unsere Jugendlichen zudem bereichern und ein kritisches Bewusstsein gegenüber menschenfeindlichen Entwicklungen und Gefahren in unserer Zeit fördern.

Karlsruhe

Gedenkveranstaltung aus Anlass des 75. Jahrestages der Deportation
Termin: 7.Oktober 2015, 18 Uhr
Ort: Rathaus Karlsruhe, Marktplatz
Programmhinweis: Zu dieser Veranstaltung laden die Arbeitsgemeinschaft zur Unterhaltung und Pflege des Deportiertenfriedhofs Gurs, der neben vierzehn badischen Städten auch der Bezirksverband Pfalzangehört, und die Israelitische Religionsgemeinschaft Baden gemeinsam ein. Aufgrund der begrenzten Platzzahl ist eine Teilnahme nur mit einer Einlasskarte möglich. Die Anmeldung für die Einlasskarten sollte frühzeitig erfolgen bei:
Stadt Karlsruhe, Hauptamt
Im Rahmen der Veranstaltung wird die Verfilmung der Briefe von Friederike Niedermann uraufgeführt.

Konstanz

Ausstellung
Das Lager Gurs - Zeichnungen des inhaftierten Künstlers Sigismond Kolos-Vari
Termin: 21. Oktober – 15. November 2015
Zeit: Montag – Freitag (tagsüber)
Ort: Gewölbekeller, Kulturzentrum am Münster
Veranstalter: Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“, Kulturbüro der Stadt Konstanz
Eintritt: frei

Vernissage der Ausstellung
Das Lager Gurs Zeichnungen des inhaftierten Künstlers Sigismond Kolos-Vari
Termin: 21. Oktober
Zeit: 18:00 Uhr
Veranstalter: Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“, Kulturbüro der Stadt Konstanz
Eintritt: frei
Aus Anlass des 75. Jahrestags der Deportation der Juden aus Baden, der Pfalz und dem Saarland am 22. Oktober 1940 präsentiert die Stolperstein-Initiative Konstanz eine Ausstellung mit Zeichnungen von Sigismond Kolos-Vari aus dem Internierungslager Gurs. Der Künstler wurde 1941 verhaftet, als er versuchte, mit gefälschten Papieren in die unbesetzte Zone Frankreichs zu fliehen und sich der Résistance anzuschließen. Seine postkartengroßen Zeichnungen sind präzis festgehaltene Dokumentationen der Lebensumstände und Leiden der im Lager Gurs Eingesperrten, unter ihnen auch 112 Menschen aus Konstanz: zerschlissene Kleidung, elende Baracken, unzureichende Ernährung, entwürdigende hygienische Bedingungen, Regen und Schlamm...
Die Zeichnungen stammen aus einer Sammlung von Alice Resch, die für die Quäker im Lager Gurs tätig war. Sie übergab diese Sammlung von Fotos und Zeichnungen den Autoren der Ausstellung, Brigitte und Gerhard Brändle: „Wenn Sie Gebrauch für sie haben, erwähnen Sie bitte, dass die Zeichnungen von dem bekannten ungarischen Maler Kolos-Vari angefertigt wurden“.
Die Ausstellung besteht aus den zehn Zeichnungen, ergänzt durch Fotos aus dem Lager und Zitate von Internierten. Einleitende Tafeln informieren über das Lager Gurs und die Deportation am 22. Oktober 1940 sowie über den Künstler und seine Zeichnungen. Abschließende Tafeln beleuchten die Erinnerungsarbeit nach 1945 und heutige Herausforderungen zur Wahrung der Menschenrechte - auch im Hinblick auf aktuelle Vertreibungen bzw. Flüchtlinge und den Umgang mit diesen.

Vortrag
Das Lager Gurs im Spiegel der Skizzen des Künstlers Sigismond Kolos-Vari
von Birgit und Gerhard Brändle
Termin: 21. Oktober
Zeit: 19:30 Uhr
Ort: Astoriasaal, Kulturzentrum am Münster
Veranstalter: Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“, Kulturbüro der Stadt Konstanz
Eintritt: frei
Zeichnungen und motivgleiche Fotos bzw. Bilder aus dem Lager beleuchten die Lebensumstände und Leiden der in Gurs Eingesperrten, unter ihnen auch 112 Menschen aus Konstanz: zerschlissene Kleidung, elende Baracken, unzureichende Ernährung, entwürdigende hygienische Bedingungen, Regen und Schlamm... Gedichte und Augenzeugenberichte aus dem Lager geben den Internierten eine Stimme. Referiert werden auch die Protest gegen die Internierungslager, gegen die Behandlung der dort Eingesperrten und die Hilfen zur Flucht aus dem Lager und zum Überleben.
Den Schluss bildet der Appell von Gurs, 1980 verfasst von Überlebenden des Lagers: Er bezeichnet „Gurs als ein Symbol des Kampfes und des Leidens von Menschen aus ganz Europa“: „Gurs fordert auf zur Wachsamkeit, zur Einheit und zum Handeln, damit Menschen in Freiheit und Würde leben können“. Der Appell der Überlebenden der Deportation am 22. Oktober 1940 mahnt zur Wahrung der Menschenrechte - auch im Hinblick auf aktuelle Vertreibungen bzw. Flüchtlinge und den Umgang mit diesen – auf dem Mittelmeer und in Konstanz.


Gedenken an die Oktoberdeportation
Von Konstanzer Schülern mitgestaltete Mahnwache zum Gedenken an die Oktoberdeportation
Termin: 22. Oktober
Zeit: noch offen
Ort: Stele in der Sigismundstraße
Veranstalter: Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“

Vortrag
„Das Schicksal der nach Konstanz zwangsevakuierten Juden aus Efringen-Kirchen“ von Axel Huettner
Termin: 26. Oktober
Zeit: 19:30 Uhr
Ort: Wolkensteinsaal, Kulturzentrum am Münster
Veranstalter: Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“, Kulturbüro der Stadt Konstanz
Eintritt: frei
Am 22. Oktober 1940 wurden aus Konstanz 112 Juden deportiert. Unter diesen befanden sich auch zehn im Herbst 1939 aus Efringen-Kirchen zwangsevakuierte Juden, die von den Behörden in sogenannte „Judenhäuser“ untergebracht wurden. Axel Huettner, ehemaliger Pfarrer der Gemeinde Kandern hat nach jahrelangen Recherchen 1979 ein Buch über das Schicksal der jüdischen Gemeinde in Kirchen veröffentlicht, das er nach weiteren Recherchen und mit Hilfe von Überlebenden 1993 in der Neuauflage mit umfangreichen Darstellungen von Lebensschilderungen einzelner jüdischer Familien ergänzen konnte. Ausgehend von der Situation der Juden aus Efringen-Kirchen zu Beginn der NS-Zeit wird Axel Huettner bei seinem Vortrag auch den Weg der nach Konstanz zwangsdeportierten Menschen skizzieren und auf einzelne Biographien näher eingehen.


Mahnwache an den Stolpersteinen
Gemeinsames Reinigen der Stolpersteine, Entzünden einer Kerze und Niederlegung von Blumen zur Erinnerung und Mahnung an die Opfer der NS-Diktatur.
Termin: 9. November
Zeit: 18:00 – 18:30 Uhr
Ort: gesamtes Stadtgebiet
Veranstalter: Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“

Vortrag
„Radikalisierungsschübe ‚von unten‘. Die Rolle der Konstanzer Stadtverwaltung bei der Entrechtung, Enteignung und Deportation der Juden im Nationalsozialismus“ von Dr. Jürgen Klöckler
Termin: 9. November 2015
Zeit: 19:30 Uhr
Ort: Wolkensteinsaal, Kulturzentrum am Münster
Veranstalter: Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“
„Juden raus!“ lautete die Maxime kommunaler Politik nach 1933. Das umgehend von der Konstanzer Stadtverwaltung betriebene Marktverbot für jüdische Händler, die Aufstellung eines „Stürmer-Kastens“, das Nutzungsverbot für die städtischen Bäder, alle diese Beispiele legen eine antisemitische Initiative „von unten“ offen. Kommunalverwaltungen haben in der Regel ohne Zeitverzug den vom NS-Regime eingeforderten Antisemitismus in administrative Normalität umgewandelt, um – wie es zeitgenössisch hieß – dem „Führer entgegen zu arbeiten“. Auch die Konstanzer Verwaltung wurde zum Nutznießer und Profiteur von Emigration bzw. Deportation der Juden. Die Stadt eignete sich Grundstücke an, wie etwa den Synagogenplatz oder die Erweiterungsfläche des jüdischen Friedhofs, und wurde selbst zum „Arisierungsgewinner“. Sie agierte zusammen mit der Landkreisverwaltung und dem Finanzamt bei der Verwertung der Wohnungen und der öffentlichen Versteigerung des jüdischen Hausrats im „Konzil“. Die deutschen Kommunalverwaltungen waren in Zusammenspiel mit dem NS-Verfolgungsapparat wichtige Akteure antisemitischer Politik und zwar als Antreiber und nicht nur als Getriebene.
Mitveranstalter: Aktion Sühnezeichen Friedensdienste – Regionalgruppe, Amnesty International - Gruppe Konstanz, Arbeitskreis Regionalgeschichte Bodensee, Deutsch-Israelische Gesellschaft Bodensee-Region, Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Konstanz e.V. -Bodensee, Israelitische Kultusgemeinde Konstanz, Katholische Hochschulgemeinde Konstanz, Konstanzer Friedensinitiative, Kulturbüro der Stadt Konstanz, vhs Konstanz-Singen e.V., VVN-BdA - Kreisvereinigung Konstanz
Eintritt: frei

Lesung zur Finissage der Ausstellung

Das Lager Gurs - Zeichnungen des inhaftierten Künstlers Sigismond Kolos-Vari mit Helmut Straub
Termin: 14. November 2015
Zeit: 19:30 -21:00 Uhr
Ort: Gewölbekeller, Kulturzentrum am Münster
Veranstalter: Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“, Kulturbüro der Stadt Konstanz u.a.
Eintritt: frei
Das Ende der Jüdischen Gemeinde Konstanz im Zuge der NS-Verfolgungen
Die Schicksale einzelner jüdischer Familien aus Konstanz: Auswanderung, Flucht aus dem Lager, Überleben im besetzten Ausland, Ermordung in Vernichtungslagern
Die Referenten schildern anhand von konkreten Einzelschicksalen jüdischer Familien wie sich die „Kehilla Kedoscha Konstanz“, die jüdische Gemeinde Konstanz, in den Jahren 1933-1942 nach und nach - bis zur vollständigen Liquidation - aufgelöst hat. Nur wenigen gelang es, den Verfolgern der NS-Polizeiorgane zu entkommen und durch rechtzeitige Auswanderung ins sichere Ausland oder durch Unterschlupf im deutsch-besetzten Frankreich zu überleben. Auf die meisten im Oktober 1940 in das südfranzösische Lager Gurs abgeschobenen Konstanzer Juden wartete der Gastod in Auschwitz, andere zunächst noch in Konstanz gebliebene jüdische Bürger wurden im April 1942 direkt in den weiter östlich gelegenen Vernichtungslagern Polens ermordet.
Im Zuge ihrer Erinnerungsarbeit ist die „Initiative Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“ den Lebenswegen einzelner jüdischer Familien aus Konstanz nachgegangen und hat die unterschiedlichen Verläufe der Wege und die unterschiedlichen Schicksale der Menschen aufgezeichnet.
Nicht nur darüber wird in dem Vortrag berichtet, sondern auch darüber, wie über die Recherchearbeit Kontakte zu im Ausland lebenden Nachkommen der Opfer geknüpft werden konnten und sogar dauernde Freundschaften entstanden sind. Erfreulich ist, dass die gemeinsame Handreichung der „Initiative Stolpersteine“ und der Konstanzer Stadtverwaltung von den Nachkommen der jüdischen Opfer durchaus als ein Akt der Versöhnung akzeptiert wird.

Königsbach-Stein

Vor 75 Jahren: Das Lager Gurs – Skizzen des Künstlers Sigismond Kolos-Vari
Termin: 22.Oktober 2015

Programmhinweis: Zum 75. Jahrestag der Deportation der Juden aus Baden, dem Saarland und der Pfalz am 22.10.1940 präsentiert die Gemeinde Königsbach eine Ausstellung mit Skizzen von Sigismond Kolos-Vari. Er wurde 1941 auf der Flucht verhaftet und im Lager Gurs eingesperrt. Seine Zeichnungen dokumentieren präzis das Leben und Leiden der Verschleppten. Hinzu kommen Ausstellungstafeln über die Deportation, die Betroffenen aus Königsbach sowie über den Künstler.

Landau

75 Jahre Deportation nach Gurs
Gemeinsame Gedenkveranstaltung der Stadt Landau und des Kreises Südliche Weinstraße
Termin: 22. Oktober 2015, 18 Uhr
Ort: Archiv und Museum der Stadt Landau, Maximilianstraße, 7

Mutterstadt

Die letzten 51 Mutterstadter jüdischen Glaubens wurden am 22.10.1945 nach Gurs deportiert. Daran erinnert seit 15 Jahren eine Gedenktafel im Ehrenhof unseres Neuen Friedhofes.
Termin: steht noch nicht fest
An dieser Gedenktafel wird die Gemeinde Mutterstadt im Oktober eine Gedenkfeier mit Kranzniederlegung abhalten. Voraussichtlich am Donnerstag, 22.10.2015

Neckarzimmern

Ökumenisches Jugendprojekt Mahnmal
Gedenkfeier auf dem Mahnmal in Neckarzimmern mit Einweihung neuer Gedenksteine
Termin: 25. Oktober 2015, 14 Uhr
Ort: Mahnmal Neckarzimmern - Tagungsstätte der evang. Jugend,  Steige 50
Programmhinweis:
Wir begehen den 75sten Jahrestag der Deportation mit Prominenten aus Kirche und Politik sowie Zeitzeugen und Jugendgruppen.
Der Fokus der Veranstaltung liegt auf den Jugendlichen, die im Jahr 2015 einen Gedenkstein für Ihren Heimatort und für das Mahnmal geschaffen haben.
Ökumenische Veranstaltung, nach Ende Imbiss und Begegnung in der Tagungsstätte

Neustadt

Filmvorführung
„Jeder stirbt für sich allein“– von Hanns Fallada mit Hildegard Knef
Termin: 22. Oktober um 18 Uhr
Ort: ROXY-Kino in Neustadt

Pforzheim

Ausstellung
Skizzen aus dem Camp de Gurs von Sigismond Kolos-Vari
Termin: 19. bis 30. Oktober 2015
Ort: Neues Rathaus, Eingangsbereich
Die Skizzen des Künstlers Sigismond Kolos-Vari aus dem Lager Gurs in Südfrankreich dokumentieren die Lebensbedingungen auch von 195 jüdischen Menschen aus Pforzheim.
Die Nazis verschleppten sie vor 75 Jahren am 22. Oktober 1940 vom Güterbahnhof in das Lager Gurs. Nur 55 von ihnen überlebten den Nazi-Terror.
Die Ausstellung mahnt an die Achtung der Menschenrechte für Vertriebene und Flüchtlinge - hier und heute.

Weisenheim am Berg

Gedenkfeier
„Gegen das Vergessen und Verdrängen“
in Erinnerung an Ida und Juliane Hecht, deportiert im Oktober 1940 nach Gurs
Termin: 13. Oktober 2015, 16.30 Uhr
Ort: Kirchgasse 6 und 5
Veranstaltet von der Prot. Kirchengemeinde Weisenheim am Berg

Zweibrücken

Aufführung des Chawwerusch Theaters
Die Szenenfolge “Gurs - Erinnern”
Termin: 31. Oktober 2015, 19.30 Uhr
Ort: Karlskirche, Karlsstr.
Programmhinweis: Anlässlich einer Gedenkfeier des Bezirksverbandes Pfalz zu 75 Jahre Deportation der pfälzischen Juden nach Gurs entwickelte das Chawwerusch Theater die Szenenfolge “Gurs  - Erinnern”. In verschiedenen Szenen wird ein Eindruck der damaligen Ereignisse vermittelt. Sie spielen zwischen dem Vorabend der Reichspogromnacht im November 1938 und der Deportation im Oktober 1940 und geben darüber hinaus eine Ahnung vom Lageralltag in Gurs. Historische Biografien und Briefe von Pfälzer Juden inspirierten die Schauspielerin und Autorin Felix S. Felix zu Figuren und Szenen. Peter Damm (Sopransaxofon) und Michael Letzel (Akkordeon) von der Klezmer-Gruppe Django Beinhart unterstützen die Akteure musikalisch. Michael Bauer ergänzt die Szenenfolge durch eigene neue Texte.