

Das Erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus, an ihr Leiden und an das menschenverachtende System von Tod und Hass und das stetige Fragen, wie es dazu kommen konnte und warum so viele Menschen die Augen verschlossen oder sich gar beteiligt haben, ist und bleibt aktuell. Die Lehre, die wir aus den Geschehnissen der Vergangenheit ziehen müssen, ist die Notwendigkeit, gegenüber den Wurzeln von Hass, Feindschaft und Fanatismus wachsam zu sein und dem auch in unserer Gegenwart Toleranz, Zivilcourage und demokratisches Engagement entgegenzusetzen.
Gerade in einer Zeit, in der der unmittelbare Zugang zu der Zeit des Nationalsozialismus immer schwieriger wird, ist die Gedenkstättenarbeit von großer Bedeutung. Jahrzehnte nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten stehen immer weniger Zeitzeugen zur Verfügung, um in der Öffentlichkeit und auch in Schulen zu berichten, was damals geschah. Gedenkstätten sind gewissermaßen die Zeugen nach den Zeugen und ganz spezifische Lernorte voller Chancen.
Sowohl Hinzert als auch Osthofen verzeichnen seit Jahren stetig steigende Besucherzahlen. Ich bin sehr froh, dass wir in Rheinland-Pfalz diese zwei Gedenkstätten haben, an denen vorbildlich gearbeitet wird. Hier wird an das Leiden erinnert und es wird aufgezeigt, wie ein totalitäres Regime agiert und wohin dies führt. Unsere Gedenkstätten bieten die Möglichkeit, sich intensiv, gegenwarts- und handlungsorientiert mit Fragestellungen historisch-politischer Bildung zu befassen. Die hier geleistete historisch-politische Bildung will Orientierungs- und Zusammenhangswissen vermitteln, bleibt aber nicht bei der Vermittlung rein historischer Information stehen. Die Gedenkstätten bemühen sich darum, an den spezifischen Interessen der jeweiligen Besuchsgruppen anzusetzen. Dazu werden immer wieder pädagogische Programmmodule und Materialien für bestimmte Zielgruppen erarbeitet bzw. weiterentwickelt.
Die in unseren Gedenkstätten geleistete Arbeit schätze ich sehr und möchte allen, die hier Verantwortung tragen, meinen ausdrücklichen Dank aussprechen.
Doris Ahnen
Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Rheinland-Pfalz
Vom ehemaligen IBM-Chef Thomas J. Watson stammt die Aussage „Ich glaube, es gibt einen weltweiten Bedarf an vielleicht fünf Computern.“ Heute im Zeitalter von Facebook, Twitter, Web 2.0 und Smartphones wissen wir, dass er mit seiner Prognose Unrecht hatte. Die Entwicklung der modernden Datenkommunikation und des Internets verläuft rasant.
Mit der dem neuen Internetauftritt über die Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz wurde seitens der Landeszentrale für politische Bildung ein wichtiger Schritt unternommen, dieser rasanten Entwicklung Rechnung zu tragen. Viele Absprachen und Konferenzen waren nötig, denn es galt gleich vier Internetauftritte gleichzeitig zu gestalten und mit Inhalten zu füllen. Ich freue mich daher umso mehr, dass es uns gelungen ist, den neuen Internetauftritt „Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz“ fertig zu stellen. Die Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz, das NS-Dokumentationszentrum, die Gedenkstätte KZ Osthofen und die Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert haben jetzt einen jeweils eigenen Internetauftritt, um sich und ihre Arbeit mittels modernster Web-Techniken präsentieren zu können. Die momentan abrufbaren Inhalte sollen in den kommenden Jahren stetig ausgebaut und erweitert werden und neue Forschungsergebnisse, Dokumente, Biographien, Zeitzeugeninterviews und pädagogisches Material erweitern dann die bereits vorhandenen Bestände. Die neu konzipierte Internetpräsenz soll jedoch nicht nur durch ihre Optik überzeugen. Vielmehr geht es darum, alle möglichen Adressaten anzusprechen und durch umfangreichere Inhalte als bisher die Nutzer über die Angebote der Gedenkstätten, die historischen Gegebenheiten und die Entwicklung der Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz zu informieren.
Dr. Dieter Schiffmann
Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, Rheinland-Pfalz
