RLP

Kunst- und Kulturbeirat zur Gedenkarbeit in Rheinland-Pfalz

A. Kunst und Kultur in der politischen Bildung

Künstlerische Arbeit und kulturelle Bildung bereichern die Vermittlungsmethoden politischer Bildung. Bei der Vermittlung historischer Inhalte können sie die Vergangenheit über kulturelle Brücken der Kunstsparten mit der Gegenwart der Nutzer politischer Bildung verknüpfen. Die dadurch ermöglichte Empathie mit Menschen ergänzt die Wissensvermittlung und schaffte Motivationsansätze für die pädagogische Arbeit. In den letzten gut zwanzig Jahren der Gedenkstättenarbeit in Rheinland-Pfalz wurden mit dem Einsatz von Kunst und Kultur sehr viele positive Erfahrungen gesammelt. Diese Erfahrungen sollen künftig noch stärker für die gesamte politische Bildung genutzt werden. Als Maßstab für das Gelingen setzt der Kunst- und Kulturbeirat voraus, dass politische Bildung, insbesondere in den landeseigenen KZ-Gedenkstätten Osthofen und Hinzert, und kulturelle Bildung, bzw. künstlerische Arbeit ihre gemeinsamen Projekte im Dialog entwickeln und die Geschichte der Gedenkorte immer in ihren Planungen mitdenken. Dabei stehen die Menschenrechte als unveräußerliche Güter des einzelnen Menschen im Mittelpunkt aller Betrachtungen. Methodisch orientiert sich die Gedenkstättenpädagogik wie die politische Bildung des Landes dabei an den Grundsätzen des „Beutelsbacher Konsenses“ mit Überwältigungsverbot, Darstellung von Kontroversen, Ermöglichung eines eigenen Standpunktes.

Vor diesem Hintergrund beruft die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz einen „Kunst- und Kulturbeirat zur politischen Bildung in Rheinland-Pfalz“. Der Beirat wird gebildet zur Beratung der Landeszentrale in allen Fragen, welche die Einbeziehung von Kunst und Kultur in ihre Bildungsarbeit betreffen.

B. Der Beirat

Dem „Kunst- und Kulturbeirat zur politischen Bildung in Rheinland-Pfalz“ gehören an:

  • Ein/e Vorsitzende/r (die/der aus dem Bereich des Kunst- und Kulturlebens kommt)
  • weitere Mitglieder (die der politischen Bildung oder der Gedenkarbeit verbunden sind und/oder Vertreter/innen verschiedener Kunstsparten und Kulturbereiche sind)
  • ein/e Vertreter/in der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz
  • der Direktor der Landeszentrale für politische Bildung und die Referatsleiter/innen „Gedenkarbeit“ und „Kultur und Medien“ sowie die von der LpB eingesetzte Geschäftsführerin des Beirates.

Die Mitglieder des „Kunst- und Kulturbeirats zur politischen Bildung in Rheinland-Pfalz“ werden durch den Direktor/die Direktorin der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz für jeweils drei Jahre berufen.

Der „Kunst- und Kulturbeirat zur politischen Bildung in Rheinland-Pfalz“ hat beratenden und empfehlenden Charakter für die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz. Er berät die Landeszentrale in Fragen der Einbeziehung von Kunst und Kultur in ihre Bildungsarbeit, insbesondere in der Gedenkarbeit. Der Beirat fasst seine Entscheidungen mit einfacher Mehrheit. Er tagt in der Regel zweimal im Jahr. Zu den Sitzungen wird von der/dem Vorsitzenden unter Beifügung der Tagesordnung mit einer Frist von drei Wochen eingeladen.

Die Mitglieder des „Kunst- und Kulturbeirats zur politischen Bildung in Rheinland-Pfalz“ arbeiten ehrenamtlich. Die Mitglieder des Beirates erhalten Auslagenerstattung nach Stufe C des Landesreisekostenrechts. Der Beirat bedient sich zur Erfüllung seiner Aufgaben der Landeszentrale für politische Bildung.

C. Grundvoraussetzungen für Projekte

Grundvoraussetzungen für Kunst- und Kulturprojekte in der politischen Bildung sind:

Künstlerische Arbeit und kulturelle Aktivitäten in Gedenkstätten oder an Orten politischer Bildung haben immer auch eine pädagogische Funktion in der Gedenkarbeit und der politischen Bildung. Politische Bildung und Gedenkstättenarbeit fordern die Beschäftigung mit menschlicher Individualität. Dialog und Dialektik, Gespräch mit dem Gegenüber und Veränderungen bestimmen den hermeneutischen Prozess. Eindimensionale Erklärungsmuster führen an Struktur und Erfahrung von politischer Bildung und Gedenkstättenarbeit vorbei.

Von Kunstprojekten in der politischen Bildung und in der Gedenkstättenarbeit wird grundsätzlich erwartet, dass sie dialogbereit sind und zwar in Bezug auf:

  • den Kunst- und Kulturbeirat zur politischen Bildung in Rheinland-Pfalz und die Landeszentrale für politische Bildung, die die Schwerpunkte der künstlerischen/kulturellen Aktivitäten an den KZ-Gedenkstätten Osthofen und Hinzert und an anderen Orten politischer Bildung planen
  • die Gedenkstätten und ihre Gedenkfunktion
  • die ausgewählten Orte politischer Bildung und deren Funktion in der Bildungsarbeit
  • die Projektpartnerinnen und –partner (z.B. Fördervereine, zuständige Personen an Veranstaltungsorten)
  • das Publikum der Kunst-/Kulturprojekte

Diese Richtlinien haben Gültigkeit seit dem 01. März 2014

Vorstand (Stand Juli 2016):

Leiter:
Volker Gallé – Autor und Kulturkoordinator der Stadt Worms, Vorsitzender des Fördervereins Projekt Osthofen e.V.

Mitglieder:
Dieter Burgard – Bürgerbeauftrager, Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz, Vorsitzender des Fördervereins Gedenkstätte KZ Hinzert

Ernst Heimes - Schriftsteller

Romeo Franz - Musiker und Bürgerrechtler

Constanze Illig - Architektin und Künstlerin

Dr. Angela Kaiser-Lahme - Generaldirektion Kulturelles Erbe

Dr. Prof. Friedemann Kreuder - Filmwissenschaftliches Institut Mainz

Sigrid Weyers- Kulturbüro Rheinland-Pfalz, Kulturzentrum Haus am Westbahnhof, Landau

Kirsten Zeiser - Theaterpädagogin

Dr. Dieter Schiffmann. – Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz a. D.

Fee Fleck - Künstlerin (Ehrenmitglied)

Für die Landeszentrale für politische Bildung wirken im Kunst- und Kulturbeirat mit:

Bernhard Kukatzki – Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz

Uwe Bader - Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz/NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz

Dr. Irene Nehls - Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz/NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz

Rainer Ullrich- Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz

Dr. Beate Welter - Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz/Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert